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'Wie die Gegensätze nebeneinander stehen! Hier ist das Feierliche - und gleich daneben das Komische. Mir schien es unbedingt zueinander zu gehören.' Otto Dix 'neues vom tigris woods projekt'aktuelle berichte von jo van der spek aus baghdad.datum: fr, 09 apr 2004 09:09:09 +0200 (CEST)
From: jo<AT>xs4all.nl dag, dag, zoals ge ziet ben ik on line hierbij aangehecht mijn dagboek/verslag van afgelopen 24 uur
Vollmond in BaghdadDann gibt es hier noch Ismaels zwei Töchter Rafah und Dhafar, Dharafs kleine Tocher Rand, Dhafer, Ismaels ältester Sohn, sowie sein Halbbrunder Omar. Habe gerade ein gutes Interview mit Anneke auf Holländisch fertig gestellt und helfe Dhafar, ihre ersten Audioaufnahmen auf meinem MD (Mini Disc) Rekorder zu machen. Wir sind alle im Haus und die Wächter kommen alle 15 Minuten vorbei, um nachzuschauen. Ismael hat heute ein Auto bemerkt, das das Haus umkreist hat. Drinnen waren vier bewaffnete Männern in schwarz - Mukhtada Al-Sadr's Männer. Andere Autos blieben bei vollem Tageslicht vor dem Al Sabah Gebäude stehen, drinnen Männer mit Raketenwerfer auf ihren Schultern. Haben provoziert und ihre Männlichkeit zur Schau gestellt. In der Zeitung von Mukhtada werden die Attacken und Androhungen auf Al Sabah immer brutaler. Für sie ist Al Sabah die Stimme des Bösen, der neue Mogul. Ismael erzählt, dass sie in die Druckerei eingedrungen sind und die Hälfte der ArbeiterInnen erst gar nicht aufgetaucht ist, und nur 6 Journalisten. Die Frage ist also: werden sie es überhaupt schaffen, die neue Ausgabe zu drucken? Nach ein paar Versuchen habe ich mit Sanja telefoniert, um mit ihr zu besprechen, was sie tun kann, um die Kommunikation zu verbessern (im Chatroom). Sie wird Herman von AIDA (www.aidainternational.nl) von meinem Verbleibsort informieren, und auch Yvonne Towikromo (der einzigen Redakteurin, die mir einen Auftag gegeben hat, eine Radio Dokumentation für NMO (Deutscher Muslim Sender) zu machen. Ausserdem, warum auch nicht, unseren Aussenminister. Der Pionierbotschafter in Baghdad ist nicht besonders gesprächig und wir haben einfach keine Zeit, um uns von hier wegzubewegen und ihn zu besuchen. Anneke hat ihm vor Monaten ge-emailt und niemals eine Antwort erhalten. Nachmittags um 16:00 ging ich mit Salam (iraqiartist.com) um mich mit Mufid Al_Jazairi, dem momentanen Kulturminister, zu treffen. Er wollte mit mir über Radio reden. Seine kommunistische Partei beginnt gerade zu senden und er als Minister möchte einen Kultursender ins Leben rufen: Um den Menschen die Gelegenheit zu bieten, ihre Kultur auszudrücken, als auch über den Alltag zu reflektieren. Eigentlich ist es so, dass die Iraker erst wieder lernen müssen, wie sie diese Dinge tun, denn Saddam^Xs Terror hat jede Normalität, wie Menschen miteinander kommunizieren, zerstört. Während ich Al-Jazairi ansehe, bin ich an einen anderen Kulturminister erinnert, der ein berühmtes Buch namens 'Der Lange Weg^X (?), über seinen Transport nach Buchenwald, geschrieben hat. Und ich bin überrascht, dass Salam diesen Mann, Jorge Semprun, nicht kennt. Er hat doch jahrelang in Madrid und Barcelona gelebt und Kunst studiert. Inzwischen ist es 4:00 Uhr morgens und wir haben unser eigenes kleines Medienzentrum in meinem Gästezimmer eingerichtet. Dhafar hat ihren erste Radiobeitrag gemacht und lernt nun, wie sie auf dem MD schneiden kann. Rafah macht Fotos von allen Gemälden im Haus (heute kommt ein Lastwagen, um sie an einen sicheren Ort zu bringen), und Bruder Dhafer findet gerade heraus, was wir brauchen, um mit einem Handy online zu gehen (die Amerikaner liefern keine brauchbare Leitung in diesem Stadtteil). Mit seiner Easy GPRS Software und einer FastLink Telefonkarte sollte es bis morgen klappen. Ich muss jetzt die Aufnahmen, die ich mit Anneke und Dhafar gemacht habe, ausbessern, weil die Tracks im Laufe des editieren Lernens ein bisschen durcheinander gekommen sind. Es ist echt gut, in der Lage zu sein, etwas Positives zu tun und nicht allein rumzusitzen und zu warten, bis der Feind auftaucht, oder sich auf das Wachpersonal zu verlassen. Keine Ahnung! Habe zwischen 2:25 und 2:30 rausgeschaut, aber niemanden gesehen. Ein Lastwagen steht vor dem Nachbarhaus. Hoffe, dass er nicht explosiv ist. Die Al Nidar Moschee ruft zum Morgengebet, also küsse ich Euch alle Gute Nacht. [Hund bellt im Hintergrund]. Jetzt ist es bereits 4:30 am und der erste Hubschrauber fliegt über uns. 4:47 am und noch einige Hubschrauber fliegen tiefer und höher über uns. Die Vögel fangen zu singen an. Jo van der Spek, for http:///www.radioreedflute.net
.datum: di, 06 apr 2004 16:31:22 +0200 (CEST)
From: jo<AT>xs4all.nl Im Haus der Schriftstellervereinigung haben sich ein paar möchte gern Schriftsteller angetrunken und einen Streit angefangen. Nettes live Theater! Könnte ein tägliches Ritual werden. Bin mit Hamid raus gegangen, um einen Anruf von einer öffentlichen Telefonzentrale zu machen. Es war schwierig, dem Typen die Nummer durchzugeben, denn es fuhren gerade 2 Panzer vorbei: die machen unglaublichen Lärm. Wahrscheinlich waren sie auf dem Weg nach Al Thoura oder Sadr City (vorher bekannt als Saddam City, arm und vor allem schiitisch), wo den ganzen Tag schon schwere Kämpfe stattfinden. Wir wissen nicht, wieviele Leute bis jetzt umgekommen sind ^Ö vielleicht 100 in ganz Irak und viele Verwundete. Nur ein US Marine ist getötet worden und ein Soldat aus El Salvador (Quelle ist ^ÑStars and Stripes^Ò von Montag 0504. Ich nehme an, dass die Amis ihre Zahlen in Ordnung haben:). Frage: Ist Al-Sadr ein normaler Gauner, der den Ruhm seines Vaters ausnützt, und sein Geld mit Einbrüchen und stehlen macht? Oder hat er ein politisches Programm, eine Vision oder irgendwas? Die meisten Linken glauben, dass er gefährlich ist. Natürlich würde ich alles tun, um nach Sadr City zu fahren. Aber es ist momentan von CPA Truppen abgesperrt. Und es würde alle meine Freunde zu sehr beunruhigen.... Ich konnte im Schriftstellerhaus von 22:00 bis 5:30 in der Früh schlafen. Habe den Sonnenaufgang auf dem Dach zusammen mit den Vögeln und später den Autos genossen. Wollte die Morgengebete aufnehmen, aber die sind nicht gekommen. Keine Ahnung, warum. Um 8 bin ich losgegangen um Anneke van Ammelrooy zu finden. Ich bin bei Al Sabah angekommen, der Zeitung, von der viele glauben, dass sie die Stimme der CPA ist. Aber nach Anneke werden die sich sehr bald von CPA, USAID, usw. distanzieren. Habe Photos von den DruckereiarbeiterInnen gemacht, die Hälfte davon Frauen und alle wollten ein Photo. Eigentlich war die Druckmaschine nicht in Aktion ^Ö die Leute haben Bücher eingesammelt. Die Maschinen sind alt und vernachlässigt. Sie müssten überholt und ständig gewartet werden. Also ist Al Sabah froh, dass sie in eine andere Druckerei übersiedeln. Was mit dieser Druckerei passiert, ist ungewiss. Sie drucken auch andere Zeitungen, aber viele könnten ihren Job hier verlieren, da Al Sabah eine tägliche Auflage von 75.000 Stück hat. Nicht zu vergessen, dass in dieser Druckerei Al Sabah von Journalisten gegründet wurde. Diese Art von Arbeiterselbstverwaltung wurde gleich nach dem Krieg eingerichtet und wird hoffentlich mehr als nur eine Krisenlösung sein... Wenn du/ihr einmal so wie ich ihre Gesichter und Wärme gespürt hast/habt, kann ich jedenfalls nicht anders als Solidarität mit ihnen empfinden. Ich bin eben ein romantischer Mensch. Von Al Sabah bin ich mit Anneke van Ammelrooy in ihre Wohnung gegangen, wo ich meinen aufgeregten und müden Körper endlich zum Schlafen brachte (danke), und danach in ihr Civil Pillar Büro, nicht weit von hier im Süden der Stadt (Sadr City ist im Norden, also keine Angst). Civil Pillar ist ein Knotenpunkt in einem Netzwerk von Initiativen, Projekten und kleinen Unternehmen. Es fungiert als Treffpunkt, und Anneke probiert zu koordinieren, indem sie durch Fundraising, Trainings, Rat, Austausch hilft. Ach, noch so viele Photos zum runterladen, komprimieren, und an David für die Website zu schicken (danke David). Ich hör jetzt lieber auf. p.s.: Alles wurde mit Wordpad auf einem Computer, der auf Arabisch konfiguriert ist, geschrieben. Also mag das eine oder andere etwas komisch aussehen, recht nach links, eine nette Übung in der höheren Kunst von Kellek (danke Marnix). Ich schreibe gerade eben nebenher eine Mailingliste von allen Freunden und Bekannten, um dies hier an diese zu verschicken (danke Sanja, meine Schlange:). Das mag wieder zu Missverständnissen führen, aber hier ist Bagdad, weisst du (nein, weisst du nicht).
.datum: so, 04 apr 2004 09:59:29 +0200 (CEST)
From: jo<AT>xs4all.nl
entschuldige David,.
ich brauche mehr Anleitung. Hast Du gestern irgendein streaming bemerkt? Ich hab es mit dynebolic.org 1.2 gemacht, nur ein gelooptes Musikstück. Weder Du noch waren noch Jaromil waren online, befürchte ich.
Aber die Jungs von Radio 2 Rivers waren ziemlich begeistert. Heute, am Sonntag, verfasst um 10.20 Uhr. Es ist bewökt und aus dem Süden bläst ein ernstzunehmender Wind vom Golf. Der bringt ab und zu ein paar Tropfen Regen mit sich, aber meistens Nebel. Also hab ich von einem Zimmermädchen, das in der Eingangshalle des Hotel Merbed sitzt, ein Kleidungsstück bekommen. Ich versuchte es auf meinen Kopf zu bekommen, damit es als Regenschutz dient. Aber sie riet mir, es nicht zu tun, weil der Stoff dreckig ist. Ich bin rausgegangen, dorthin wo Salam gerade dabei war, Salah Hassan für sein wöchentliches 'Saut el Arab'-Programm auf Radio Lora Zürich zu interviewen. Ich habe ihm geholfen, das Mikrofon mit dem Stück Stoff zu bedecken. MD's [Mini-Disks, Anm. d. Übers.] mögen keinen Staub. Und daneben ist es nicht schlecht, seine Elektronik vor den feindlichen Augen zu verstecken. Schaut so aus, als ob's wieder eine Demonstration gibt. Und mir wird gesagt, dass ich nicht raus kann. Nicht einmal im Taxi. Jeder hat Angst vor primitiven, islamistischen, extremistischen, anti-westlichen, anti-intellektuellen, anti-was-auch-immer. Sie sind nicht hinter deinen Sachen her, sondern hinter dir. Sie würden dir folgen, bis niemand mehr in der Gegend ist und dann schlagen sie dich zusammen. Eigentlich haben sie mehr Angst als ich, was ja verständlich ist. Iraker neigen dazu, Angst zu haben - in diesem Zustand haben sie jahrelang gelebt. Also hängen wir in der Lobby herum. Schrecklich langweilig - ich hasse es, eingesperrt zu sein. Ich würde viel lieber rausgehen, mich der Demonstration anschliessen, in der Menge untergehen. Ich halte mich zurück und sage mir, dass ich meine Gastgeber nicht in Schwierigkeiten bringen kann. Ich bin überwältigt von der Aufmerksamkeit, den Geschenken und der Liebe, die mir von Jung und Alt entgegenkommt. Salah Hasan lauft in einem Amnesty T-Shirt herum. Seine weissen Haare machen ihn verdächtig. Er schaut eher wie ein Holländer als wie ein Iraker aus. Ich habe mir einen Spitznamen zugelegt: Aziz Shati, was 'wertvoller Fluss' bedeutet und habe mir in Amman (Jordanien) die Haare schneiden lassen. Jetzt suche ich nur noch eine wollene Kappe, dann sehe ich noch mehr wie ein Iraker aus. Wir müssen eben raus. Ich habe Erlaubnis gekriegt, einen Block bis zum nächsten Hotel zu laufen, um diesen Bericht zu schreiben. Aber Salah hat geschäftlich zu tun: der Container mit Büchern aus Holland ist auf einem Schiff unterwegs und soll am 25. ankommen. Er muss sich drum kümmern, dass die Bücher in einer Ladung auf der Universität ankommen. Wir müssen den Professor finden, vielleicht auch einen Spediteur . Ich muss auch zur CPA, wo Clare Baxter sich drum gekümmert hat, dass ich meine Canon Batterie auflade (habe mein Ladegerät in Bagdad vergessen....). Und ich brauche eine Nachricht... Hat mich gestern fast umgebracht - das Schicken von 3 Pics vom Poetry Festival hat 2 Stunden gebraucht. Freut mich, das Photo von Gulala Noory auf der Website zu sehen. Danke David! Gulala ist eine junge Dichterin und TV-Macherin aus Mosul. Sie hat eben mit einer TV Doku über den Tigris begonnen. Gestern Nachmittag hab ich bei der Radiostation 2 Rivers die Streaming Software von Jaromil (dyne.org) ausprobiert. Dann Abendessen mit Yousef, der mit mir mitging, um Shakir Al-Serraf vorgestellt zu werden, dem pensionierten Ingenieur und Gründer von NGO. Yousef ist ein intelligenter, ruhiger Typ, der bei der Washington Post gearbeitet hat und vom Ufer des Shat Al Arab der Plünderung des Sheraton Hotels zugeschaut hat (das ist der hiesige Name des Flusses, eigentlich Eufrat und Tigris zusammen).
Danach wurde ich von lokalen Reportern von Al Sabah geinterviewt. Ich riet, die überbleibsel des Sheraton völlig abzureissen, weil es so wirklich hässlich aussieht. Oder dass es in einen Palast des Volkes umfunktioniert wird. Ich hatte einen sehr emotionellen Austausch mit einem Mann, der mir sein Tagebuch zeigen wollte. Eine Geschichte voll von Terror und Liebe. Salam musste weinen, als er die Seiten mit Blumen und Geschriebenen sah, die die Mutter des Autors ihm in's Gefängnis gebracht hatte. Nichts mehr zu sagen. Anschliessend bin mit Muafak Muhammad, 54, aus Babylon, auf seinem Zimmer gewesen. Er hatte mich eingeladen, mit ihm nach hause zu kommen. Um rumzulaufen, die Farm zu sehen, ein traditionelles Frühstück einzunehmen und in's Hamam (Badehaus) zu gehen. Dann haben wir Gedichte, Diskussionen und Gesänge aufgenommen, Haben wunderbare Nüsse gegessen, Bier und Arak (aus Datteln) getrunken. Wie kriegt man Saddam aus dem Irak? - das ist die Frage. Für jede einzelne Person, die ihn überlebt hat. Sie haben eben gerade angefangen. Junge Leute sehen mich als Retter. Ich sage ihnen, dass nur Selbstvertrauen sie retten kann und fühle mich beschämt, weil ich schon wieder predige. Aber doityourself ist der einzige Weg Beim Frühstück (sorry, es ist chancenlos zu probieren, eine Chronologie einzuhalten...) haben wir uns Photos von Gemälden von Ryadh Al-Fuad angeschaut. Wirklich schön. Ich hoffe, dass ich ihn in seinem Atelier besuchen und Aufnahmen von seinen Bildern machen kann. So viel zu sehen, so viel zu tun, solch eine Intensität. Shukran Habibi Aziz Shati
p.s. David, kannst du das publizieren, und bitte auch das Photo von Muafak?
.datum: do, 02 apr 2004 10:10:33 +0200 (CEST)
From: jo<AT>xs4all.nl
Hier kurz auf holländisch: Ich bin mit einem Bus voll Autoren in Basra angekommen. Logiere im Hotel Al Marbed, tel. 00.964.40.611652, Zimmer 125. Es ist grossartig, alle finden es grossartig, dass ich hier bin, und ich höre von wunderschönen Migrationen. Zum Beispiel der eine Autor, der durch einen anderen Schreiber verurteilt wurde. Der eine Kommunist, der andere WAR Rechter. Ins Hotel werden wir geführt und das Gepäck durchsucht. Und ich darf abends nicht nach draussen. Natürlich habe ich es trotzdem mit einem Polizisten im Auto getan. Aber kein Internet oder Telefon gefunden: kein Netzwerk. Demnach also, Freitagmorgen. Hier eigentlich Sonntag. Und Sonntag fahren wir mit unseren drei Bussen zum Baum von adAdam, dort, wo Euphrat und Tigris zusammenlaufen.
.datum: mi, 31 mar 2004 17:32:34 +0200 (CEST)
From: jo<AT>xs4all.nl
Sorge Dich nicht.
Ich bin in Baghdad.
Baghdad ist verrückt.
Ich kam um 10 an.
Ich ging raus, um Hazim zu finden.
Habe jede Menge Photos vom Tigris geschossen.
Alle Telephonleitungen sind ausser Betrieb.
Weiss noch nicht, wo ich schlafen werde, Wir werden sehen. Liebe
Jo van der Spek
.datum: di, 30 mar 2004 22:20:53 +0200 (CEST)
From: jo<AT>xs4all.nl
Willkommen im bewölkten Amman,
das ist wirklich eine eklige Stadt. Alle Gebäude sind grau. Niemand bemüht sich, sie zu streichen, nicht mal abzuwaschen. Ich logiere im Hotel Merryland, das einen saftigen Nightclub im Keller hat. Also viele unangenehme Araber dort. Einer riet mir, meine Dollars in meine Socken zu schieben. Was ich bereits getan habe. Ich hoffe, er schickt nicht seinen Cousin um mich auf dem Weg nach B. abzufangen.... Ich hatte einen aufregenden Haarschnitt bei eine palestinensischen Friseur [die meisten Leute in Jordanien, speziell in Amman, sind Palestinenser (oder Iraker, nur bekommen Iraker inzwischen eine Aufenthaltsgenehmigung nur solange sie mindestens 80.000 Dollars auf ihrem Konto haben)]. Jedenfalls benutzte dieser Friseur eine spezielle Art von starkem schwarzem Gewinde um zu epilieren. So entfernte er meine kriminellen Augenbrauen und Ohrhaare.
Das Problem war natürlich, wie man an eine sichere Fahrt nach Baghdad kommt. Man fährt ungefähr um Mitternacht los. Nach fünf Stunden kommt man zur irakischen Grenze. Also hat man im Tageslicht etwa 600 km nach Baghdad. Aufregende Neuigkeiten über die Anschlussmöglichkeiten wurden mir von Raed Jarrar erzählt. [Er ist Architekt, spezialisiert auf nach der Krise entstehende Urbanisation]. In Baghdad gab es ein System, das 'Senau' genannt wird, ein kabelloses Telefonsystem. Und jetzt gibt es ISP [Internet-Service-Provider, Anm. d. Übers.]. Und jetzt bieten sie kabellosen Anschluß. Ich bin mir sicher, dass wir mit ihnen eine Möglichkeit finden, lokal auszustrahlen und zu streamen. Und was auch noch sehr positiv ist: Baghdad is völlig flach [anders als Amman] und die Häuser sind nur zwei oder drei Stockwerke hoch. Jedoch ist das Al Muajaha in einem hohen Gebäude, ebenso wie wie oben erwähnter ISP. Der ISP wird Dijla genannt und bedeutet Tigris. Also ist Allah mit mir.
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